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Bulgarien Gebirge > Balkangebirge > Regionen

Regionen

Als Westgrenze des Balkangebirges wird der Vraschka-tschuka-Pass angenommen. Die Nordgrenze wird durch die Donauebene gebildet. Stellenweise gehört zum eigentlichen Gebirge noch der Vorbalkan, doch so lässt sich die Aufteilung nur schwer vornehmen. Nach Süden hin fällt das Gebirge steil ab und seine Grenzen zeichnen sich klar ab. Von Westen nach Osten berührt das Balkangebirge die Ebene von Sofia, das Sredna-Gora-Gebirge in allen seinen Teilen und schließlich noch die Thrakische Tiefebene. Zum Sredna-Gora-Gebirge hat es drei natürliche orographische Verbindungen: Galabez, Kosniza und Strashata. Im Osten endet das Balkangebirge am Kap Emine, das steil zum Schwarzen Meer hin abfällt.

Innerhalb dieser Grenzen umfasst das Balkangebirge eine Fläche von 25 000 m2, während seine mittlere Gebirgskette allein ca. 11 600 m2 ausmacht. Es hat neunundzwanzig Zweitausender, einige ausgeprägt alpinen Charakters, was es dann auch zum Anziehungspunkt für Touristen und Bergsteiger macht.

Dieses größte bulgarische Gebirge wird in drei Abschnitte unterteilt, nämlich West-, Mittel- und Ostbalkangebirge. Jeder dieser Abschnitte wird dann nochmals unterteilt, wobei die Unterabschnitte meist die Namen nahe liegender Ortschaften tragen.

Das Westbalkangebirge beginnt am Vraschka-tschuka-Pass unmittelbar an der Grenze zu Serbien geht bis zum Kaschana-Pass von Zlatiza, der es vom mittleren Teil abtrennt. Es hat die Form eines nach Norden hin geöffneten Winkels und ist per Luftlinie gemessen ca. 215 km lang. Dieser Abschnitt ist der zweithöchste mit dem Midshur-Berg (2168 m). Noch 3 weitere Zweitausender sind hier, nämlich Obov, Martinova tschuka und der bekannteste und am meisten bestiegene Kom (2016 m). Die Abschnitte der Hauptgebirgskette, d. h. ohne den Vorbalkan, sind von Westen nach Osten und dazu einige Massive im Süden: Baba (1108 m), Svetinikolska planina mit dem  Heiduschki kamak (1721 m), der Teil um Tschiprovzi mit dem Midshur (2168 m), der um Berkoviza mit dem Kom (2016 m), Kosniza mit Todorini kukli (1785 m), Golema um den Tschukava (1588 m), Murgasch um den gleichnamigen Berg Murgasch (1687 m) und Etropole mit dem Gobedarnika (1790 m).

Als Ganzes ist das Relief des Westbalkangebirges etwas abgerundeter. Nur der Abschnitt um Vraza, und zwar der da befindliche Vorbalkan, macht da eine Ausnahme. Dort besteht das Gebirge nämlich aus Karstgestein, was zur Bildung von zahlreichen ungewöhnlichen alpinen Felsbildungen geführt hat, z. B. das Felsgebilde Vratzata, eines der größten Bergsteigerobjekte in unserem Land. Die vielen Höhlen in diesem Gebiet sind ein Paradies für Höhlenforscher. Ebenfalls hier verläuft der ausgesprochen schöne Iskar-Durchbruch, ein wahres Naturphänomen. In diesem Teil des Balkangebirges liegen 23 Bergbauden und zahlreiche markierte Wanderwege, was natürlich viele Touristen anzieht.

Das mittlere (zentrale) Balkangebirge beginnt am Kaschana-Pass bei Zlatiza und endet am Shelesni-vrata-Pass bei Vratnik, von wo aus dann das Ostbalkangebirge seinen Anfang nimmt. Die Messung per Luftlinie ergibt 185 km Länge. Das ist der höchste, schönste und am meisten besuchte Abschnitt des Balkangebirges. Neben dem höchsten Berg des Gebirges, dem Botev, liegen hier noch 24 weitere Zweitausender. Hier ist zugleich der alpinste Teil des gesamten Hauptkammes des Balkangebirges, und zwar zwischen den Bergen Ambariza und Botev. Und hier nun die Unterabschnitte, ebenfalls von Westen nach Osten und ebenfalls ohne den Vorbalkan und zusammen mit den jeweils höchsten Erhebungen: Das Gebirge um Zlatiza und Teteven mit dem Veshen (2198 m), einer der massivsten Balkangebirgsgiganten; das Gebiet um Trojan mit dem Goljam Kupen (2169 m), der alpinste und schönste Berg im ganzen Balkangebirge; ebenfalls in diesem Gebiet sind die Berge Ambariza (2166 m), Malak Kupen (2141 m), Kostenurkata sowie der schmale alpine Grat Krastzite eines der emotionalsten Bergsteigererlebnisse, allerdings auch eines der gefährlichsten auf dem Balkangebirgskamm.

In diesem Teil ist dann auch die Steneto-Schlucht, die dem Tal des Tscherni Osam  folgt und zum Naturreservat erklärt wurde; dann folgt der Teil um Kalofer mit dem höchsten Berg des ganzen Balkangebirges, dem  Botev (2376 m). Es ist kein Zufall, dass sein alter Name Jumruka ist, denn er ähnelt tatsächlich einer riesigen geballten Faust, die umgeben ist von Felswänden und Nebel, Stürme und .... Tausende Bewunderer wie ein Magnet anzieht. Hier hat Mutter Natur wirklich ein Paradies aus lauter Erhebungen geschaffen: Norddshendem, Süddshendem, Paradiesfelsen (eine rechte Herausforderung für Bergsteiger), Paradiesspritzer (mit 124 m der höchste Wasserfall Bulgariens) und die kleine kokette  Berghütte Raj. Auf dem Gipfel sind ein Fernsehturm und eine meteorologische Beobachtungsstation.

Im Gebiet um Kalofer recken sich noch 12 weitere Zweitausender gen Himmel. Hier ist der zweithöchste Berg, der Gojlam Kademlija (2276 m), dann noch der Mletschnija tschal (2252 m), ferner Sarakaja (2227 m),  Malak Kademlija (2228 m), Paradshika (2211 m), Masalat (2197 m), Pirgos (2195 m), Juruschka gramada (2137 m) und viele andere mehr. In diesem Teil bahnt sich auch der durch Karlovo fließende Stara reka (alter Fluss) seinen Weg durch eine Schlucht, die wegen ihrer Schönheit zum Reservat erklärt wurde.

Im Schipka-Abschnitt liegen der Ispolin (1524 m) und auch der Stoletov (1328 m), der zwar geografisch gesehen niedriger ist, dafür  jedoch an Höhe in der bulgarischen Geschichte gewonnen hat. Im August 1877 haben bulgarische Freischäler und russische Truppen auf dem Stoletov eine überaus dramatische, ja die entscheidende Schlacht des Russisch-türkischen Krieges geschlagen und es geschafft, den strategisch wichtigen Schipka-Pass zu verteidigen. Heute erhebt sich auf diesem legendär gewordenen Gipfel ein 32 Meter hohes Granitdenkmal, um den Nachfahren diese großen Ereignisse in Erinnerung zu rufen. Ein historisch gesehen ebenso heiliger Ort dieser Gegend ist der Busludsha-Gipfel (1441 m), an dessen Hängen 1868 Hadshi Dimitar mit seinen Freischaren seine letzte Schlacht geschlagen und zusammen mit den meisten seiner Leute hier den Tod gefunden hat. Am 20.07.1891 fand hier der Gründungskongress der Bulgarischen Sozialdemokratischen Partei (D. Blagoev) statt. Der höchste Berg um Trjavna ist der Karadshoolu kula (1511 m). Und der des letzten Teils um Elena der Tschumerna (1536 m).

Im Mittelbalkangebirge gibt es 36 Touristenhütten und an die 10 vorzügliche Unterstände. Markiert sind Hunderte Wanderwege zu allen interessanteren Natur- und kulturhistorischen Orten.

In diesem Teil des Gebirges ist auch der Nationalpark Zentralbalkangebirge, zu dem 10 Biosphärenreservate gehören und einige davon sind in das Programm der  UNESCO aufgenommen worden.

Das Ostbalkangebirge beginnt am Shelesni-vrata-Pass und recht bis ans Schwarze Meer. Obgleich es mit 155 km (per Luftlinie) recht lang ist, verliert es seine Kompaktheit, die so typisch ist für die anderen beiden Teile. Die Höhe nimmt rasch ab (der höchste Berg ist Bulgarka – 1181 m) und alpine Eigenschaften fehlen ganz (mit kleinen Ausnahmen im Slivener Balkangebirge). Selbst die Kämme sind hier größtenteils mit Laubwäldern bedeckt.

Gleich am Shelesni-vrata-Pass teilt sich das Ostbalkangebirge in 2 parallel verlaufende Hauptketten – Udvoj planina im Süden und Mator planina im Norden. Als Mittelpunkt wird der Kamm des Mator planinas angesehen. Vom Udvoj planina verdient der Balkangebirgsteil um Sliven herum Erwähnung (hier liegt auch der höchste Berg des ganzen Abschnittes), ist hier doch der schönste und am meisten besuchte Ort des ganzen Ostbalkangebirges, die so genannten blauen Felsen. Im Mator planina reihen sich aneinander: der Teil um Kotel mit dem höchsten Berg, dem Rasbojna (1128 m), um den Varbischki-Pass mit dem Karaborun (oder auch Schwarznase – 1053 m). Von der Schlucht um den Luda Kamtschija-Fluss teilt sich das Mator planina in zwei fast gleiche Bergkämme, die alle beide bis ans Meer reichen. Der nördliche ist der Kamtschija-Teil mit dem höchsten Berg Kamenjak (627) und der südliche der um Emine mit dem Mandrabair (621 m). Letzterer wird als Fortsetzung des Hauptgebirgskamms angesehen und endet am steilen Felsenkap Emine, das durch einen Leuchtturm gekrönt wird. Und ebenfalls hier endet der markierte Wanderweg auf dem Balkangebirgskamm, der bereits beim Kom-Berg anfängt.

In diesem Teil des Gebirges sind 10 Berghütten und mehrere Jugendherbergen in den Ortschaften. Im Vergleich zu den beiden anderen Abschnitten des Gebirges wird dieser am wenigsten besucht. Die meisten markierten Wanderwege sind um Sliven herum, wo es auch mehrer Bergsteigerobjekte gibt. Hauptwanderweg ist und bleibt jedoch der auf dem Gebirgskamm vom Kom bis Emine.

Auf dem größeren Teil des mittleren Balkangebirgskammes verläuft auch die Hauptwasserscheide zwischen den Hauptwasserauffangbecken Ägäis und Schwarzes Meer.

Die bedeutendsten, im Balkangebirge entspringenden bulgarischen Flüsse fließen nach Norden und münden in die Donau und somit ins Schwarze Meer. Von Westen nach Osten sind das: Lom, Ogosta, Skat, Vit, Osam, Jantra, Ruenski Lom und Kamtschija, wobei letzterer direkt ins Schwarze Meer mündet. Die bekanntesten, die nach Süden in Richtung Ägäis fließen, sind von Westen nach Osten: Strjama, Stara reka, Tundsha, Motschuriza. Am westlichen und am östlichen Ende ist der Balkangebirgskamm keine Wasserscheide mehr, und da fließen auch Flüsse nach Süden, die dann direkt ins Schwarze Meer münden: Mischava (im westlichen Teil) und Hadshijska (im östlichen Teil) und noch mehrere kleinere. Iskar und Luda Kamtschija (der wilde Kamtschija) sind die beiden Flüsse, die den Gebirgskamm überqueren und wunderschöne Durchbrüche bilden. Beide fließen nach Norden und münden ins Schwarze Meer.

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