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Bulgarien Gebirge > Rhodopen > Schiroka laka

Schiroka laka

Ist ein bauhistorischer, unter Denkmalschutz stehender Ort, der auch schon im Ausland wegen seiner ungewöhnlichen, für die Rhodopen typischen  Architektur bekannt ist, außerdem wegen seiner Musik und historischen Vergangenheit. Schiroka laka liegt malerisch zu beiden Ufern des gleichnamigen Flusses, 22 km von Devin entfernt, 12 km von Pamporovo und 24 km von Smoljan, und überall dorthin kommt man per Bus. Es ist das Zentrum eines kleinen, aus 5 Dörfern (Stojkite, Gela, Stikal und Solischta) bestehenden Gebietes mit christlicher Bevölkerung unter sonst nur bulgarischen Muselmanen. Seine Besiedlung ist verbunden mit der massenhaften gewaltsamen Mohammedanisierung während der osmanischen Fremdherrschaft (17. Jh.).

In seiner Umgebung sind beim Dörfchen Gela und am Turlata-Berg eine Reihe archäologischer Funde gemacht worden, die davon zeugen, dass diese Gegend bereits in der Antike bewohnt gewesen ist.

1834 haben die Einwohner des Dorfes in nur 38 Tagen die Gottesmutterkirche erbaut. Ausgemalt worden ist sie von den Brüdern Zachari und Dimitar Zograf, und das Jahr darauf wurde darin eine Schule eingerichtet. In jenen so schweren Zeiten war das Dorf ein wahrer Herd des Bulgarentums.

Die Besonderheiten der Natur, die Unsicherheit während des omanischen Jochs, das Nationalbewusstsein der Einwohner und deren wirtschaftlicher Aufschwung haben auch ihre Wirkung ausgeübt auf die Architektur der hiesigen Häuser, die man heute zum Typ des so genannten großen Rhodopenhauses zählt. Sie sind zweistöckig, haben Erker und hohe steinerne Schornsteine, dicke Mauern, kleine Fenster, eisenbeschlagene Türen, kleine hölzerne Innentreppen und Keller mit Verstecken für unruhige Zeiten. Die Zimmer haben Wandschränke. Die Höfe sind klein und plattenbelegt, und mittendrin ist ein Brunnen. All das wurde mit sehr viel Geschmack geschaffen und in Eintracht mit der umgebenden Natur. Dazu gehören die Häuser   Kalajdijskata, Utschikovskata Grigorovskata und Bogdanovata sowie Sgurovskijat konak (ehemaliges türkisches Amtsgebäude).

Bogenförmige Brücken über dem Schiroka-laka-Fluss und dessen Nebenflüssen lassen dem Gefühl für Romantik noch zusätzlich freien Lauf. Die Lieder der Menschen hier haben ihren eigenen Reiz und sind sehr lyrisch. Begleitet werden sie nur von Dudelsack, Hirtenflöte und Kniegeige. In diesem Dorf  hat sich mehrmals der legendäre Kapitän Petko Wojwoda aufgehalten. Hier ist eines der beiden Volksmusikgymnasien Bulgariens. Interessant für Touristen sind hier die Kukeri- oder Perchtenspiele, die jedes Jahr am ersten Sonntag im März stattfinden.

Übernachtungsmöglichkeiten gibt es hier nur wenig: Das Club-Hotel Tscheverdshijnizata ist in einem unter Denkmalschutz stehenden Haus untergebracht und hat 5 Doppelzimmer. Das Hotel Vaska, ebenfalls in einem altertümlichen Haus, hat einen schönen Rundblick, dazu 3 Zimmer mit 2, 3 und 4 Betten. Das ***-Sterne-Familienhotel Margarita ist das komfortabelste. Privatquartiere sind auch vorhanden. Information: Touristeninformationszentrum, Schiroka laka  03030 5373, E-Mail: sh.luka@mbox.infotel.bg. Von Schiroka laka gehen markierte Wanderwege in Richtung: Berghütte Izgrev in Tschernatiza (5 Stunden), Berghütte Perelik (unterhalb des Goljam-Perelik-Bergs – 3,5 Stunden), Berghütte Lednizata (4 Stunden) und noch weiter in diesen Gebirgsabschnitt hinein. Ohne Wegmarkierung führt ein Pfad in 1,5 Stunden in das hübsch gelegene, baulich auch interessante Dörfchen Varbovo.

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