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Bulgarien Gebirge > Rilagebirge > Rilakloster

Rilakloster

Im Schoße des Rilagebirges liegt in einer Höhe von 1147 m am rechten Rilska-Ufer das bemerkenswerteste Denkmal der bulgarischen Kultur und Architektur aus der so genannten Wiedergeburtszeit des 18. und 19. Jh., das Rilakloster. Viele Jahrhunderte lang hat es in der Geschichte des Landes eine herausragende Rolle gespielt, im Kampf unseres Volkes um geistliche und politische Freiheit.

Gegründet wurde es im 10. Jh. vom Beschützer Bulgariens, dem heiligen Ivan Rilski. Das heutige Aussehen des Klosters ist zwischen 1816 und 1847 von der Hand bulgarischer Handwerksmeister entstanden. Während es von außen eher einer mächtigen mittelalterlichen Festung ähnelt, gibt es von innen, angefangen von der zentral gelegenen Gottesmutterkirche bis zu den übrigen Klostergebäuden mit ihren Arkaden, Treppenaufgängen und Balkons, die ganze Schönheit des Baustils jener Zeit preis.

Besondere Aufmerksamkeit erregt die Klosterküche mit ihrer Konstruktion aus lauter Achtecks, die sich wie ein Tannenzapfen bis in eine Höhe von 22 m hinaufziehen und dann oben von einer Kuppel gekrönt werden. Mitten auf dem Klosterhof steht der trutzige Hreljo-Turm, ein mächtiger Wohn- und Wehrturm, der als einziges Gebäude aus dem Mittelalter (1335) erhalten geblieben ist. In seinem obersten Stockwerk ist die Kapelle Verklärung mit Wandmalereien aus dem 14. Jh. Bewundernswert sind auch die Wandmalereien in den anderen 3 Kapellen, an den Außenarkaden, in den Gästezimmern und auch die in den um das Kloster herum befindlichen Kirchen, alles Werke von Malern der Kunstschulen von Samokov und Bansko aus dem 19. Jh. In der Hauptkirche sind neben biblischen Szenen auch Malereien weltlichen Charakters zu sehen, die die Stifter des Klosters verewigt haben. Hier werden die Gebeine des heiligen Ivan Rilski aufbewahrt.

Ein Meisterwerk der Holzschnitzkunst ist der riesige Ikonostas in der Gottesmutterkirche, filigrane Schnitzereien in Walnussbaum und anschließend vergoldet. Besonders schön sind auch die Decken in den sorgfältig restaurierten und wieder hergerichteten Gästezimmern, die Einrichtung einer Mönchszelle vom Ende des 18. Jh./ Anfang des 19. Jh. und die volkskundliche Ausstellung, die durch Geschenke von Pilgern aus dem ganzen Land zusammengekommen ist. Außerdem ist da noch die Klosterbibliothek mit 16 000 Bänden wertvoller und einmaliger Bücher.

Im neu erbauten Ostflügel des Klostergebäudes ist ein Museum, in dem die Eingangstür zum Hreljo-Turm aufbewahrt wird, ferner alte Waffen der Klosterwachtposten, Urkunden bulgarischer Zaren und vieles, vieles mehr, darunter Schmuck, alte Münzen und Kirchengegenstände. Ein ganzer Raum zeigt uns Ikonen, die aus allen Ecken und Enden der Welt als Geschenke hierher gekommen sind. Außergewöhnlich ist ein Holzkreuz, an dem der Mönch Rafael 12 Jahre lang geschnitzt hat (von 1790 bis 1802), wobei er am Ende dieser unwahrscheinlich anstrengenden Arbeit schließlich erblindet ist, uns jedoch ein einmaliges Kunstwerk hinterlassen hat.

Als Denkmal von außerordentlichem Wert für die Kultur der Welt wurde das Rilakloster in Liste des Weltkulturerbes der  UNSESCO aufgenommen. Hier ist auch das Grab Zar Boris III.

Zum Kloster gelangt man auf einer vorzüglichen Asphaltstraße. Regelmäßige Buslinien verkehren von hier bis nach Rila (19 km), Blagoevgrad (40 km), Dupniza (44 km) und Sofia (110 km).

Um das Kloster herum ist ein regelrechtes Touristenstädtchen entstanden, das vielen Gästen und Pilgern Kost und Logis bietet. Sollten Sie sich zur Übernachtung entschließen, haben Sie die Qual der Wahl zwischen viel Romantik im Kloster selbst und ganz billig ohne jeglichen Komfort in einer Touristenherberge (in Zimmern mit 7, 9 und 20 Betten). 1 km in Richtung Kirilova poljana (Kirils Wiese) hinter dem Kloster liegt das größte Hotel dieser Gegend, Rilez.

Vollkommen saniert ist das Hotel Zarev vrach (** Sterne), das in seinen Lokalitäten bei guter Bedienung traditionelle bulgarische Küche anbietet. Die Asphaltstraße geht hinter dem Kloster weiter, und zwar noch 7 – 8 km ins Gebirge hinein bis zum Kirilova poljana, wo eine andere Touristensiedlung mit Übernachtungs- und Verpflegungsgelegenheiten ist. Auf einem Fußmarsch von ca. 30 – 40 Minuten in östlicher Richtung gelangt man vom Kloster aus wiederum zum ursprünglichen Kloster und Grab des heiligen Ivan Rilski, wo jetzt eine bescheidene Kapelle steht. Einem alten Aberglauben zufolge wird derjenige, der sich durch das Loch im Felsen der Höhle, in der Ivan Rilski als Einsiedler gelebt hat, hindurchzwängen kann, ohne die Wände zu berühren, in den Himmel kommen.....

Das Rilakloster ist der Ausgangspunkt von mehreren gut markierten Wanderwegen ins Rilagebirge:

In Richtung Berghütte Ribni esera über das bereits erwähnte Kirilova poljana  (4 – 5 Stunden), zur Berghütte Makedonija (5 Stunden), zur Berghütte Ivan Vasov (5 Stunden), zur Berghütte 7 Rilaseen (6 - 7 Stunden) und zu Gipfel und Berghütte Maljoviza (6 - 7 Stunden).

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