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Land und Leute > Wirtschaft

Wirtschaft

Ihre ersten Schritte in modernem Sinne hat die bulgarische Wirtschaft zu Beginn des 19. Jh. gemacht, als Bulgarien durch seine landwirtschaftlichen Erzeugnisse bekannt wurde. Im ersten Drittel des 20. Jh. war Bulgarien einer der größten Erzeuger und Exporteure von Frühgemüse, Obst, Milch, Käse, Butter und Fleisch in Europa. Bis Mitte des 20. Jh. galt das Land als typisches Agrarland. Fabrikproduktion und Manufakturen entwickelten sich im ersten Drittel des 19. Jh. Die Erzeugnisse von Fabriken in Sliven, Gabrovo, Tarnovo und Stara Sagora, die der Handwerke in diesen Städten, aber auch in zahlreichen Städtchen um das Balkangebirge herum fanden guten Absatz und brachten Bulgarien unter dessen Handelspartnern im Osten wie im Westen zu Ansehen. Die Industrie des Landes entwickelte sich in mäßigem Tempo bis Mitte des 20 Jh., bis die Landesregierung beschloss, Bulgarien zu einem Industriegiganten auf der Balkanhalbinsel zu machen. Diese Politik ging bis zu einem gewissen Grade auf, wenn auch unter umfangreichen Investitionen und vielen, vielen Fehlern in Zusammenhang mit fehlenden Ressourcen und Bodenschätzen in genügender Menge. Das Hauptanliegen der Regierung war die Vergrößerung der Arbeiterklasse, was die Eröffnung neuer Unternehmen erforderte, die Schaffung neuer Fabriken und Werke und den Bau von Kraftwerken, ganzen Industriekomplexen und Talsperren bzw. Stauseen. Solide Ressourcen waren Schüler, Soldaten und Studenten mit ihren Arbeits- und Ernteinsätzen.

Die Verflochtenheit Bulgariens zur damaligen Zeit mit der Wirtschaft der UdSSR und der ehemaligen sozialistischen Länder durch den Rat der gegenseitigen Wirtschaftshilfe (RGW) unterstützte ganz bestimmte Wirtschaftszweige und belebte den Handel zwischen diesen Ländern. Andererseits hatte Bulgarien gar keine Wahl und konnte aus Mangel an einer Alternative im Handel gar keine Marktwirtschaft und Konkurrenz bei Warenimport und -export aufbauen.

Heute ist Bulgarien erneut auf der Suche nach geeigneten Partnern und Märkten. Der Zusammenbruch der Planwirtschaft, die Einführung der freien Marktwirtschaft und Konkurrenz haben den bulgarischen Hersteller unvorbereitet gefunden. Zahlreiche Betriebe sind in Konkurs gegangen. Noch läuft die Privatisierung. Bis vor Kurzem fehlten Gesetze zur Stimulierung der einheimischen Produktion. Es gab keine Steuer- und Zollerleichterungen, die den bulgarischen Hersteller dazu brachten, auf bessere Qualität und umfangreichere Produktion zu setzen. Ausländische Investoren stießen in der Anfangszeit nach dem 10. November 1989 auf Berge von Verordnungen und veralteten Gesetzen, die potentielle Kapitalanleger einfach abschreckten. Seit 1997 herrschen in Bulgarien die Bedingungen eines Währungsfonds, durch den der Lev als Landeswährung an die deutsche Mark gekoppelt wurde und seit dem 1. Januar 2002 an den EURO. Dadurch wird Bulgariens Währung stabilisiert und die Hoffnung der Menschen auf reale und stabile Spareinlagen und Kapitalanlagen leben wieder auf. Die im Parlament verabschiedeten Gesetzespakete haben dazu beigetragen, die Gesetzesgrundlage zu modernisieren und die Produktion zu beleben. Die Rückerstattung von Grund- und Bodenbesitz und anderen Immobilien  und die stark fortschreitende Privatisierung haben dem Bulgaren auch die Chance eingeräumt zu arbeiten und durch seine Arbeit zu etwas zu kommen. Landesweit wurde den Erpressungsversuchen in der Industrie, der unloyalen Konkurrenz, Herstellung und Vertrieb von Waren schlechter Qualität und Raubkopien in der Industrie und in der intellektuellen Sphäre der Kampf angesagt. Demnächst steht noch eine Bankreform ins Haus, denn zunächst waren zahlreiche Banken wie Pilze aus der Erde geschossen, die dann später auf Kosten der Sparer wieder zugemacht haben. Ebenfalls der Kampf angesagt wurde den Finanz-, Industrie- und Versicherungsgesellschaften und –gruppierungen, die unsaubere Geschäfte machen, Steuern hinterzeihen u. dgl. m.

Derzeit exportiert Bulgarien vorwiegend landwirtschaftliche Erzeugnisse, Elektrokarren, Strom und Buntmetalle. Einen besonderen Ruf genießt es als Exporteur von Joghurt und Milchprodukten, Produkten der ölhaltigen Rose, Blumen und unterschiedlichsten Wein- und Spirituosensorten. Eingeführt werden große Mengen Technik, Computer, Audio- und Videotechnik, Haushaltgeräte und Haushaltwaren, Konfektion und Rohstoffe für die Produktion. Sehr erfolgreich ist auch die Tourismusbranche, die schon vor Jahren einen großen Wirtschaftsanteil des Landes abdeckte. Unmittelbar bevor steht die vollständige Privatisierung touristischer Objekte, Modernisierung und Sanierung so mancher davon und die Schaffung eines guten Images und guter Werbung für den Tourismus. Bulgarien besitzt außergewöhnliche Naturgegebenheiten, die zur zweckentsprechenden Nutzung nur weniger Anstrengungen und guter Organisation bedürfen und der Loyalität der Touristenzentren in aller Welt. Viele Touristikfirmen arbeiten bereits mit den weltweit anerkannten Standards und gewinnen eben durch Bulgariens Gegebenheiten ihre Kunden.

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