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Nord Bulgarien > Lovetsch > Geschichte

Lovetsch Geschichte

Eine römische Festung namens Melta stand auf dem heutigen Platz der Stadt (im Stadtviertel Chissarlaka), die auf die strategische Bedeutung des Ortes auf dem Weg von der Donau zum Ägäischen Meer verweist. Im Mittelalter blieb der Ort wichtiges strategisches Zentrum und hieß bis zum 11. Jh. Lovaz (Stadt der Jäger). Während des 12. Jh. verlagerte sich der Ort an das rechte Ossam-Ufer, wo heute die Altstadt Varoscha liegt. Nach dem Aufstand von Tarnovo hat die Festung von Lovetsch  den Angreifern standgehalten und nach einer dreimonatigen Belagerung war Byzanz gezwungen, den Lovetscher Frieden von 1187 zu schließen, der die Wiederherstellung des Bulgarischen Reiches anerkannte. Nach der byzantinischen Fremdherrschaft trug der Ort den heutigen Namen Lovetsch.

Im 13. Jh. und besonders im 14. Jh. war Lovetsch eine der größten Städte und Festung in Nordbulgarien und erlebte einen beneidenswerten  wirtschaftlichen Aufschwung. 1393 fiel Lovetsch unter osmanische Herrschaft. Stanko Kusman, der letzte relativ unabhängige Herrscher der Lovetscher Festung, wurde nach deren Fall  Heiducke. Unter der osmanischen Fremdherrschaft verfiel die Stadt langsam und kam erst im 18. / 19. Jh. durch Handel und Handwerk wieder zu Ruhm und Reichtum. Es wurde Altan Lovetsch genannt, was ‘Goldenes Lovetsch’  bedeutet.  Im Jahre 1870 zählte es 11 000 Einwohner. Der Kampf um eine unabhängige bulgarische Kirche begann bereits 1839. Schulen wurden schon 1846 / 47 eröffnet, einer der ersten Lehrer war der Schriftsteller und Poet Petko R. Slavejkov. 1870 wurde die Lesestube gegründet, zwei Jahre später fand unter der Leitung von Angel Kantschev die erste Theateraufführung statt.

Über den Fluss Ossam führte eine alte gedeckte Holzbrücke, die 1872 vom Wasser mitgerissen wurde. Zwei Jahre später baute der geniale Meister Koljo Fitscheto seine berühmte gedeckte Brücke mit 24 kleinen Werkstätten darauf, die 1925 leider einem Brand zum Opfer fiel. Sie wurde aus Beton nachkonstruiert und ist heute die einzige gedeckte Brücke Bulgariens. In den Jahren des Befreiungskampfes  gegen die Osmanen (zweite Hälfte des 19. Jh.) wurde Lovetsch  zur ‘revolutionären Hauptstadt’ des Landes. 1869 gründete Vassil Levski hier ein revolutionäres Komitee und das Jahr darauf  wurde es Sitz des ‘Inneren Revolutionären Zentralkomitees’. Von hier aus wurden alle Fäden gespannt, die das ganze Land umgaben und das bulgarische Volk zum Kampf für nationale Unabhängigkeit aufriefen. Am 17. 7. 1877 wurde Lovetsch von den Truppen des Oberst Sherebkov und Oberst Parensov befreit, aber 10 Tage später von den Türken wieder eingenommen. Sie ermordeten 2500 Bulgaren in Lovetsch und Umgebung. Die endgültige Befreiung war am 3. 9. 1877 durch die Truppen der Generäle Imeretinski, Skobelev und Dobrovolski. Der Kampf um die Stadt kostete 1683 russischen Soldaten das Leben.

Nach der Befreiung verlor Lovetsch seine Märkte im Osmanischen Reich. Erst der Bau der Eisenbahnlinie Levski-Lovetsch (1932) und deren Verlängerung (1948) bis Trojan trug wesentlich zur Entwicklung der Stadt bei. In den letzten Jahren ist Lovetsch zu einem kulturellen Zentrum und  Anziehungspunkt für Touristen herangewachsen.

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