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Nord Bulgarien > Veliko Tarnovo > Sehenswürdigkeiten

Veliko Tarnovo Sehenswürdigkeiten

Der Zarevez-Hügel im östlichen Stadtteil. Restauriert ist die Festungsmauer, die nach der Reichsgründung die wichtigsten Institutionen des damaligen Staates schützen musste. An der Südspitze liegt der Balduinturm. Hier war der 1205 in der Schlacht bei Adrianopel von Zar Kalojan gefangengenommene Balduin I von Flandern eingekerkert. Der Palastkomplex der bulgarischen Zaren stellt auf einer Fläche von 4872 m2 eine eigene Festung dar. Er umfasst die Zarenresidenz mit einem Thronsaal , die Palast-kirche Sveta Petka. Im 13./14. Jh. wurde der Palast ständig erweitert, als die Stadt unter die Türkenherrschaft fiel, wurde er völlig zerstört.

Der zweite große Komplex auf dem Zarevez ist der des bulgarischen Partiarchen. Dieser erhebt sich hoch über den Zarenpalast und umfasst eine Fläche von 3000 m2 in Form eines ungleichmäßigen Vielecks. In der Mitte erhebt sich die Himmelfahrts-Kirche (Vasnesenie Gospodne) mit einem Glockenturm, was eine Seltenheit unter den Sakralbauten auf dem Balkan ist. Besonders interessant sind auch die Grundmauern von Wohnhäusern und Kirchen, die am steilen Hang des Zarevez freigelegt worden sind. Sie bildeten rechts und links der Patriarchenkirche ein eigenes Viertel der mittelalterlichen Stadt. Nördlich vom Zarevez ist eine große Bojarenwohnung zu sehen, die architektonisch ein Vorläufer der späteren Häuser des 18./19. Jh. war. Am westlichen Hang des Hügels  steht eines der wertvollsten mittelalterlichen Denkmäler, die Kirche der Vierzig Märtyrer (Sveti Tscheterideset Matschenizi). Zar Ivan Assen II ließ die Kirche anlässlich seines Sieges über Byzanz am 22. 3. 1230 in Klokotniza errichten. Unter osmanischer Herrschaft wurde sie in eine Moschee umgewandelt, trotzdem ist Wertvolles erhalten geblieben. Von besonderer Bedeutung sind die drei Säulen -  die Assen-Säule, die Säule von Omurtag und diese mit der Aufschrift ‘Festung Rodosta’, deren Inschriften wichtige Überlieferungen für die Wissenschaft darstellen.

Bei Ausgrabungen in den 70-ger Jahren des 20. Jh. wurde das Grab von Kalojan und sein 61 g schwerer Siegelring gefunden. Die Petrus-und-Paulus-Kirche (Sv. Petar i Pavel) am Nordhang des Zarevez-Hügels ist ein gut erhaltenes Zeugnis des mittelalterlichen Tarnovgrad. Hier hatte der bulgarische Patriarch nach Beginn der Türkenherrschaft seinen Sitz, auch die Bibliothek wurde hier untergebracht. Der letzte bulgarische Patriarch - Eftimij hielt in dieser Kirche Gottesdienste ab,  ehe er verbannt wurde. Die Richtstätte im Nordteile der Anlage besteht eigentlich nur aus einem Felsen, von dem die ‘Verräter’ in die Tiefe gestürzt wurden.

Der Trapesiza-Hügel ist mit den frühesten bulgarischen Zaren aus dem 12. Jh. verbunden. 1185 wurde die Kirche des hl. Demetrios aus Thessaloniki (Sv. Dimitar Solunski) am Hügel errichtet. Bei ihrer Weihung erklärten die Brüder Assen und Petar den Aufstand gegen die byzantinische Fremdherrschaft. Bis 1230 war sie Zarenkirche, hier wurden Assen, Petar und Kalojan gekrönt. Am 7. 11. 1204 wurde in dieser Kirche Ezbischof Vasilij die Würde eines Patriarchen verliehen. Unter der türkischen Fremdherrschaft blieb die Kirche verschont. Im Kirchhof wurden im 19. Jh. viele Kämpfer für geistige und nationale Freiheit beigesetzt. In der zweiten Hälfte des 19. Jh. zerstörte ein Erdbeben die Kirche fast gänzlich. Die kleine  Georgskirche (Sv. Georgi) steht ebenfalls östlich am Hügel. Sie wurde 1612 auf den Fundamenten einer mittelalterlichen Kirche erbaut. Interessant sind die Wandmalereien eines unbekannten Meisters, der die besten Traditionen der Tarnovoer Malschule fortsetzte. Die ebenfalls freigelegten Wohnungen reicher Bojaren bewiesen, dass fast jede dieser Familien eine eigene Kapelle hatte.

Auf Anordnung von Zar Ivan Assen I wurden 1195 die sterblichen Überreste vom Heiligen Ivan Rilski ins Kloster auf dem Hügel gebracht. Zar Kalojan ließ die Gebeine des Heiligen Gavrail Lesnovsli in der Kirche Heilige Apostel (Sv. Apostoli) beisetzen. Die so genannte

‘äußere Stadt’ bildeten die Gebäude des Assenova-Viertels (Assenova-Machala), zwischen dem Trapesiza und dem Zarevez an beiden Ufern der Jantra, wo auch die vier historisch wertvollen Kirchen stehen (Hl. Demetrios aus Thessaloniki, Hl. Georg, Hl. Vierzig Märtyrer, die Petrus-und-Paulus-Kirche). Das Viertel entstand unter Zar Ivan Assen II  (1218-1241).

Der dritte Hügel heißt Sveta Gora, Teil der alten Hauptstadt Tarnovgrad. Er erhebt sich südlich vom Zarevez und war im Mittelalter geistiges und kulturelles Zentrum des bulgarischen Staates mit vielen Kirchen und Klöstern. Im größten von ihnen, dem Gottesmutter-Kloster (Sveta Bogorodiza Odigitria) entwickelten die Gelehrtenschule und die Malschule von Tarnovo eine rege Tätigkeit. Hier wirkten die großen Bulgaren des Mittelalters, der Patriarch Eftimij und Theodosios von Tarnovo. Heute steht auf dem ehemaligen Platz des Klosters die Tarnovoer Universität ‘ Kyrill und Method’. Nach der Befreiung von der türkischen Fremdherrschaft vergrößerte sich die Stadt langsam in westlicher Richtung. Unterhalb des Zarevez und des Trapesiza-Hügels siedelten sich vorwiegend  Türken an, die Bulgaren zogen ins neue Viertel. Im 18./19. Jh., kam es zu einem wirtschaftlichen Aufschwung unter der bulgarischen Bevölkerung. Es entstanden viele neue Gebäude, von denen  heute noch ein großer Teil (zwischen den Hügeln Trapesiza und Sveta Gora, getrennt durch die Schleifen der Jantra) der Altstadt eine reizvolle Atmosphäre verleihen.

In Tarnovo hat sich der wohl vielseitigste bulgarische Architekt und Baumeister Koljo Fitscheto  mit vielen Gebäuden ein Denkmal gesetzt. Der alte Konak  von 1872 ist mit vielen historischen Ereignissen verbunden. Hier wurde Levski nach seiner Gefangennahme 1872 verhört, das türkische Gericht verurteilte 1876 die Revolutionäre Batscho Kiro, Zanko Djustabanov, Georgi Ismirliev, Ivan Semerdshiev, Ekim Zankov. Die russischen Befreier wurden 1877 hier begrüßt, die Konstitutionsversammlung fand 1879 in diesem Gebäude statt, hier trat  im gleichen Jahr die Erste Gesetzgebende Versammlung Bulgariens zusammen, 1885 wurde hier die Vereinigung des Fürstentums Bulgarien mit Ostrumelien anerkannt. Das Gasthaus von Hadshi Nikoli (1858) ist ein interessantes Baudenkmal aus der Zeit der ‘Nationalen Wiedergeburt’. Die Kirche St. Kyrillos und St. Methodios von 1861, die St. Spas-Kirche (1862/63), die Konstantin und Helena-Kirche ( 1872 ). Das Haus mit dem Affen (1849 in der Stadtmitte erbaut) erhielt seinen Namen von dem kleinen Äffchen, das unterhalb des Erkers auf einer beschrifteten Platte sitzt. In der Nähe des Konaks ist das Museum des Zweiten Bulgarischen Reiches untergebracht. Im alten Stadtteil sind auch das Geburtshaus von Petko R. Slavejkov, die Nikolaus-Kirche (Sveti Nikola) von 1836, bei derem Bau Koljo Fitscheto als Geselle mitgearbeitet hat, das Gefängnis (1862), in dem viele freiheitsliebende Bulgaren wie Levski, Filip Totju, Stefan Karadsha, Batscho Kiro gefangen gehalten wurden. Das Haus der Frau Anastasija (Ende des 18. Jh.), das Gasthaus von Stambolov (Eigentum der Familie von Stefan Stambolov; hier arbeitete der Aufständische Hauptmann Djado Nikola), das Denkmal der Veltschova-Savera auf dem gleichnamigen Platz. Die Gurko-Straße mit vielen alten Häusern verleiht der Altstadt ein besonderes Bild. Hier stehen die Häuser sehr dicht beieinander und ergeben eine wunderschöne Terrasse dicht über der Jantra. Eines der schönsten Gebäude ist hier das Sarafkina-Haus von 1861.

Die Kunstgalerie (Tel. 062 38951) und das Assen-Denkmal, was sich  in einer Schleife der Jantra auf einer malerischen Halbinsel (Boruna) erhebt. In der Stadt sind noch viele interessante Häuser, öffentliche Gebäude, zahlreiche Denkmäler zu besichtigen. Veliko Tarnovo ist immer einen Besuch wert.

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