Zone Bulgaria  
English
Bulgarian
Deutsch
French
Russian
 
 
Nord Bulgarien > Veliko Tarnovo > Umgebung

Veliko Tarnovo Umgebung

Das Dorf Arbanassi steht unter Denkmalschutz, es liegt 4 km nordöstlich von Veliko Tarnovo. Seine Blütezeit erlebte es im 16.-18. Jh., es war Handwerks-und Gewerbezentrum, große Häuser und Kirchen entstanden, die reich ausgemalt und mit Holzschnitzereien geschmückt wurden. Die Häuser in dieser Gegend haben eher den Charakter kleiner Festungen. Die wohl interessantesten sind die Konstanzalieva, Hadshiilieva, Kandilarova, Nikoltschokostova-Häuser. Die Christi-Geburt-Kirche und die Erzengelkirche sollten besucht werden, auch die Atanas- und die Georgi-Kirche. In Arbanassi wurde Ilarion Dragostinov, Apostel des Slivener Revolutionskomitees im Aprilaufstand, geboren. Unterkunft im Hotel Arbanassi Palas, Hotel Arbus, Hotel Raiski Kat, Hotelkomplex Konstantin i Elena, Hotel Boljarska Kaschta. Kleine Busse verkehren zwischen Gorno Orjachoviza und Veliko Tarnovo und halten an der Abzweigung zum Dorf (1 km).

Das Breobraschenski- Kloster (Verklärungs-Kloster) liegt 6-7 km nördlich von Veliko Tarnovo, am steilen Hang des  linken Jantraufers. Die Geschichte des Klosters geht ins 14. Jh. zurück  In der Zeit der türkischen Fremdherrschaft mehrmals zerstört und angezündet, wurde es  Anfang des 19. Jh. wieder aufgebaut. Es ist eins der bedeutendsten Baudenkmäler der Architektur des 18./19. Jh. Vier Kirchen gehören zum Kloster. Die Hauptkirche Probrashenie Gospodne wurde vom Baumeister Dimitar Sofialijata begonnen, der wegen seiner Teilnahme am Veltschev-Aufstand (1835) durch den Strang hingerichtet wurde. Der Baumeister Koljo Fitscheto hat den Bau vollendet.  An der Ausschmückung arbeitete Sachari Sograf. Dabei verdienen die Darstellungen des Jüngsten Gerichts an der Ostwand der Kirche und das Rad des Lebens an der südlichen Außenwand besondere Aufmerksamkeit. Die fein geschnitzte Ikonostase und die Ikonen mit Holzschnitzerei sind Werke von Meistern aus Trjavna, darunter ist das Meisterwerk des Malers Stanislav Dospevski (er besuchte die Petersburger Kunstakademie) Der Apostel Andreas zu finden. Die Kirche Blagosveschtenie (Mariae Verkündigung) ist ebenfalls von Fitschev gebaut worden, die Ikonen stammen von Stanislav Dospevski. Unter dem Altar, in die Erde eingelassen, befindet sich die Kapelle des Apostels Andreas. Sie wurde von Dimitar Sofialijata gebaut. Die Ikonen der Altarwand stammen vom Meister des Barockstils der Ikonenmalerei, Papa Vitan dem Jüngeren aus Trjavna.

Die Ikonen der  Grabkirche Auferweckung des Lazarus (1891) hat Ivantscho Kantschev aus Trjavna geschaffen. Im Klosterhof erhebt sich ein Glockenturm mit Uhr, der 1860 von Koljo Fitscheto gebaut wurde. Die größte Glocke ist ein Geschenk des russischen Imperators Alexander II als Dank an das Kloster. Es war im Russisch-türkischen Befreiungskrieg Krankenhaus für die russischen Soldaten. Im Kloster lebten und wirkten Matej Preobraschenski (Mitkaloto), der Pope Chariton, Vater Sotik. Es war auch Zufluchtsort für Vassil Levski, Angel Kantschev, Filip Totju, Stefan Stambolov, Georgi Ismirliev. Der Linienbus hält an der Hauptstraße, zum Kloster sind es 30-40 Min. zu Fuß.

Dem Preobraschenski-Kloster direkt gegenüber liegt hoch auf dem rechten Flussufer das Dreifaltigkeits-Kloster (Sveta Troiza), eines der  ältesten Klöster um Veliko Tarnovo. Es entstand um 1070 und trug im Laufe der Zeit die Namen Assenov, Schischmanov, Patriarscheski. Im 14. Jh. zählte es zu den wichtigsten Bildungszentren unter dem Mönch Eftimij, bis er 1375 zum Patriarchen gewählt wurde. 1371 kam er aus Athos nach Bulgarien zurück und gründete die berühmte Gelehrtenschule von Tarnovo. Ihr sind die Rechtschreibreform und die Erarbeitung von Sprachnormen zu verdanken. Die von Koljo Fitscheto erbaute Klosterkirche stammt aus dem Jahre 1847.

Das Kloster kann mit dem Bus erreicht werden, zu Fuß von Tarnovo oder dem Dorf Samovodene. Zu Fuß sind es rund zwei Stunden auf einem recht malerischen Weg unterhalb der Felsen an der Jantra entlang.

Das Kilifarevo-Kloster Roshdestvo Bogoroditschno (17 km südlich von Veliko Tarnovo, 4 km südöstlich von Kilifarevo) wurde 1348/1350 von Theodosios von Tarnovo mit großzügiger Unterstützung von Zar Ivan Alexander gegründet. Es war Zentrum des Hesychasmus und Sitz einer Schule, die über 400  bedeutende Persönlichkeiten ausbildete. Während der türkischen Fremdherrschaft wurde es mehrmals zerstört und angezündet. 1830 setzte der letzte Wiederaufbau ein, an dem der Baumeister Koljo Fitscheto aktiv teilnahm. Er errichtete den Wohnflügel und 1844 die Kirche des hl. Demetrios aus Thessaloniki (Sveti Dimitar Solunski).Die Ikonostase wurde gemeinsam von Koljo Fitscheto und St. Marangosina geschaffen.

Regelmäßiger Busverkehr von Beliko Tarnovo, der nächste Bahnhof ist Debelez (10 km in nördlicher Richtung).

Das Ljaskovo-Kloster (Sveti Petar i Pavel) liegt 6 km nordöstlich der Stadt (3 km von Ljaskovo entfernt) auf einer Felsenterrasse. Über seine frühe Geschichte ist außer Legenden nicht viel bekannt. Es machte sich in der Zeit der nationalen Befreiung einen Namen, Aufständische, Freischärler und Verschwörer verweilten hier. Auch Levski kam zwischen 1869 und 1871 mehrmals ins Kloster, ebenso Matej Proebrashenski, Christo Ivanov Golemija, Batscho Kiro. In der Vorbereitungszeit des Aprilaufstandes fanden hier viele Zuflucht. Ilarion Makriopolski gründete 1874 bulgarische Schule für Geistliche Hl. Petar und Pavel. Unter den ersten Lehrern war Nedju Shekov. Der Schule standen auch Erzbischof Kliment Branizki (Vassil Drumev), Sophronius von Vraza, Georgi S. Rakovski und viele andere Aufklärer nahe.1877/78 wurde mit Unterstützung des Slavischen Wohltätigkeitskomitees im Kloster ein Waisenhaus für alle eingerichtet, die unter der türkischen Fremdherrschaft gelitten hatten. Die Leitung übernahm Dobri Voinikov.

Das Kloster ist leicht über Ljaskovo (1 St. zu Fuß), Veliko Tarnovo und Arbanassi zu erreichen (45 Min. Fußmarsch). In allen Klöstern kann sehr preiswert übernachtet werden.

Das antike Nicopolis ad Istrum. 18 km nördlich von Tarnovo, 3 km südöstlich vom Dorf Nikjup liegen die Ruinen der einst mächtigen römischen Stadt, von Kaiser Traianus im 2. Jh. anlässlich seines Sieges über die Daken. Sie war von tiefen Gräben und hohen Steinmauern umgeben. Freigelegt wurden das Forum (Platz), gerade, breite Straßen, Tempel römischer, griechischer und östlicher Götter, Wohnhäuser und öffentliche Gebäude aus weißem Stein. Die Stadt war kanalisiert. Ein 26 km langes Wasserrohr transportierte Quellwasser aus einer Höhle bei Musina. In der Stadt lebten Veterane, Großlandwirte, Kaufleute und Handwerker aus verschiedenen Gebieten des  Römischen Reichs - aus Kleinasien, Syrien, Ägypten. Nicopolis ad Istrum war eines der größten Handelszentren von Mösien. Hier wurden über 900 Arten Kolonialmünzen geprägt.  Gepflasterte Straßen verbanden die Stadt mit anderen römischen Zentren in Mösien und Thrakien. Die ersten Ausgrabungen wurden 1880 gemacht. Damals fand man die Statue eines geflügelten Eros, den Bronzekopf des römischen Kaisers Gordianus III ( 238-244 ), andere Figuren und Inschriften. Am eindrucksvollsten ist die Statue des griechischen Heilgottes Asklepios. Sie hat eine Größe von 1,83 m und wiegt 800 kg. Sie ist im Archäologischen Museum in Veliko Tarnovo zu sehen.

Die antike Stadt hatte im 2-4.Jh. ihre Blütezeit, bestand weiter bis Anfang des 7. Jh., als sie von den Awaren zerstört wurde.

Im 10. Jh. entstand hier eine bulgarische Siedlung, die bis ins Mittelalter erhalten blieb, während der türkischen Fremdherrschaft aber nicht mehr erwähnt wurde.

Regelmäßiger Busverkehr zum  Dorf Nikjub.

Home | Search | Site map | Copyright