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Nordost Bulgarien > Dobritsch > Geschichte

Dobritsch Geschichte

Bereits in der Antike gab es hier Besiedlungen. Nördlich vom Stadtzentrum und im Ostteil der Stadt sind bei Ausgrabungen Ruinen einer römischen Siedlung (3.-4. Jh.) freigelegt worden. Eine altbulgarische Siedlung aus dem 8. Jh. wurde ebenfalls nachgewiesen. Die heutige Stadt entstand im 15. Jh. als großer Marktort. Inoffiziell war er unter dem Namen Kuruskelia bekannt, was ‘trockener Hafen’ bedeutet. Dem Reisenden Evlija Tschelebi zufolge, zählte die Stadt 1651 rund 2000 Häuser, in 7 Wohnviertel aufgeteilt, war ein belebtes Handels- und Gewerbezentrum mit 3 Gasthäusern, 200 Läden und einem bedeckten Bazar (Marktplatz) mit 100 Kaufläden. Ende des 18../Anfang des 19. Jh. siedelten sich hier viele Bulgaren aus der Gegend um Odrin, um  Kotel und Targovischte an. Im 18. und das ganze 19. Jh. durch lag die Stadt im Zentrum der  Kriege zwischen Russland und der Türkei. Dreimal wurde die Stadt zu unterschiedlichen Zeiten befreit, bis zur endgültigen Befreiung 1878. Die erste bulgarische Kirche, die Georgs-Kirche, wurde 1843 errichtet, im darauffolgenden Jahr eröffnete man die Einklassenschule. 1866 wurde das Stadtkrankenhaus eingeweiht, 3 Jahre später begann man mit dem Umbau und der Verschönerung des Stadtbildes. 1872 eröffnete eine neue Schule ihre Tore. Im Russisch-türkischen Befreiungskrieg half die Bevölkerung beim Dolmetschen und bei der Versorgung. Die Stadt wurde am 27. 1. 1878 ohne Zerstörungen von der Armee unter General Zimmermann befreit. 1882 nahm die Stadt auf Wunsch der Einwohner den Namen Dobritsch an, nach dem mittelalterlichen bulgarischen Voivoden Dobrotiza, der diese Länderein in Besitz hatte. In der Ersten Gesetzgebenden Versammlung von Tarnovo hatte die Stadt vier Vertreter. Die Eröffnung der Eisenbahnlinie Rasdelna-Dobritsch-Kardam 1911 und deren Verlängerung 1916 bis zur rumänischen Stadt Medshidia brachten der Stadt einen wirtschaftlichen Aufschwung.

Diese bulgarische Stadt hat stürmische und umwälzende Zeiten erlebt. Die erste rumänische Okkupation dauerte bis 1916. Nach dem Vertrag von Neuilly lag die Stadt bis 1940, Unterzeichnung des Craiovaer Abkommens, auf rumänischem Territorium. Danach gehörte sie wieder zu Bulgarien. Am 25. September 1940 marschierte die bulgarische Armee in die Stadt ein, seitdem feiert Dobritsch sein Stadtfest an diesem Tag. Von 1949 bis 1991 trug die Stadt den Namen Tolbuchin. Dobritsch und Umgebung ist heute der größte Getreideproduzent im Land und wird deshalb auch ‘Kornkammer des Landes’ genannt. Die Region ist eng mit Leben und Werk des großen bulgarischen Schriftstellers Jordan Jovkov verbunden. Die Schauspielerin Adriana Budevska wurde in Dobritsch geboren.

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