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Nordost Bulgarien > Schumen > Geschichte

Schumen Geschichte

Schumen ist eine alte Festungsstadt. Die Entstehung und Entwicklung ist verbunden mit dem Bau der Festungsanlage  im östlichen Teil des Schumener Plateaus, in Chissarlaka. Mit ihrem Bau wurde bereits in der Frühantike begonnen, in der Spätantike fortgesetzt, weiter gebaut wurde im frühen und späten Mittelalter. Spuren aus der Bronzezeit und frühen Eisenzeit wurden entdeckt (13..-12. Jh. v. Chr.), Nachweis einer thrakischen Siedlung (5. Jh. v. Chr.). Römische, byzantinische und  bulgarische Herrscher bauten die Bastion weiter aus.

So wie Pliska und Preslav war Schumen eine altbulgarische Verteidigungsanlage vom 7.-10. Jh., entwickelte sich zur Feudalstadt mit Burg und Festung, vielen Kirchen, Werkstätten (12. - 14. Jh.). Hier wurde eine Inschrift gefunden, die den Besuch von Zar Schischman in der Stadt nachweist.

Der arabische reisende Schriftsteller Idrissi erwähnt den Ort erstmals 1153 als Simeonis  (Schimeonit). Vermutungen lassen eine Verbindung zum Namen von Zar Simeon zu. Im 14. Jh. trug der Ort den Namen Schumna oder Schumen, wahrscheinlich die laute Gegend betreffend, in der er lag. Im 12.-14. Jh. war Schumen ein Wirtschaftszentrum mit militärischer Schlüsselrolle. Es dehnte sich außerhalb der Festung aus und war sogar bedeutender   als die alte Hauptstadt Preslav.

Nach langer Belagerung fiel auch Schumen unter türkische Fremdherrschaft. Es wurde zur militärischen Verteidigungsanlage mit einer Garnison in der Festung. Viele Türken, Juden, Tataren, Armenier siedelten sich hier an. Der Name wechselte von Schumena, Schumna, Schumular, Sumunum bis Schumen in den letzten Jahrhunderten. Im 18./19. Jh. entwickelte sich Schumen zum Handwerkerzentrum, was Einwirkung auf das kulturelle Leben in der Stadt hatte. Am 22. 5. 1813 wurde hier zum ersten Mal in Bulgarien von der Bevölkerung der  Tag der Brüder Kyrill und Method begangen. Es fand auch eine Theateraufführung statt. 1828 öffnete eine Mädchenschule ihre Tore, 1846 wurden erste Laiengruppen in der Schule gegründet. Nach der Niederschlagung der Ungarischen Revolution (1848)  emigrierten zahlreiche ungarische Revolutionäre nach Schumen, unter ihnen auch Lajos Kossuth, der sich dem kulturellen Leben der Stadt aktiv anschloss. Unter dem Einfluss der ungarischen Emigranten wurde 1851 das erste bulgarische Sinfonieorchester unter der Leitung von Schaffran ins Leben gerufen. Die  erste Mädchenschule mit mehreren Klassen wurde gegründet. 1856 wurde die Lesestube eingerichtet. Sava Dobroplodni schrieb 1853 das erste bulgarische Theaterstück, die Komödie ‘Michal’, erste Theateraufführungen fanden ab 1856 statt. Vassil Drumev (der Begründer des bulgarischen Theaters) schrieb1860 die erste bulgarische Erzählung ‘Die unglückliche Familie’. Aus Schumen stammt Dobri Voinikov, der 1864 ‘ Utschilischtno Teatro  -Tschorbadshija’ schrieb. Panaiot Volov, im Aprilaufstand von 1876 Leiter des Vierten Revolutionsbezirks, ist in Schumen geboren. Er fiel am 25. 5. 1876 in der Nähe von Bjala.

Nach der Befreiung fehlten Schumen die Märkte für die Handwerksprodukte, was wirtschaftlichen Stillstand zur Folge hatte. Andererseits war die Konkurrenz von wesentlich billigeren Produkten mit hoher Qualität aus dem westlichen Ausland groß. Viele Türken verließen die Stadt. 1882 wurde mit tschechischem Kapital die erste bulgarische Bierfabrik gegründet. Das Bier Schumensko Pivo ist noch heute auf dem Getränkemarkt ein gefragter Artikel.

Zwischen 1950-1965 trug Schumen den Namen Kolarovgrad. Wegen der Nähe zu den alten Hauptstädten des Donau-Bulgariens ( Pliska und Preslav ) und des Reiters von Madara, aber auch wegen ihrer eigenen reichen historischen Vergangenheit war die Stadt 1981 Gastgeber  der Feierlichkeiten ‘1300 Jahre seit der Gründung Bulgariens durch Asparuch’. Aus Schumen stammt der große bulgarische Komponist Pantscho Vladigerov. Die Geschichte der Stadt und die schöne Umgebung machen Schumen zu einem Anziehungspunkt für Touristen.

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