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Nordost Bulgarien > Tutrakan > Geschichte

Tutrakan Geschichte

Als Festung  wurde es unter dem Namen Transmariska in der Römerzeit unter Kaiser Diocletianus nach einem seiner Siege über feindliche Stämme gegründet. Hier hatte ein Teil der 11. Legion von Claudius seine Lager aufgeschlagen. Den Nachweis erbringt eine Inschrift auf einem Stein vom 18. Oktober 294. Der Name bedeutet Siedlung hinter den Sümpfen. Diese Bezeichnung bezog sich auf die Ebene am gegenüberliegenden Donauufer, in der Nähe der heutigen rumänischen Stadt Olteniza. Unter Kaiser Valentinianus (366) wurde während der Kämpfe gegen die Goten eine Floßbrücke über die Donau gebaut. Ende des 10. Jh. siedelten sich hier Russen aus Südrussland an. Sie nannten die Stadt  Tmutrakan. Im Mittelalter wurde der Ort von arabischen Geografen unter den Namen Rekran, Sakatra, Trakan, Taraka erwähnt. Andere nannten ihn Tukvant, Torkan, Durakam, Tatkrakam. Im 15./16. Jh. gab in der Stadt viele Mühlen: Wassermühlen an der Donau, Windmühlen am Ufer. Die letzte Wassermühle (Schiffsmühle) funktionierte bis 1942.

In die Geschichte der Stadt sind die Namen zweier großer russischer Kommandeure eingegangen. Am 10. Mai 1773 wurde die Stadt von General Suvorov eingenommen. Nach dem Rückzug der  russischen Soldaten erweiterten die Türken die Festungsanlagen. Das hinderte jedoch General Kutusov nicht, am 11. Oktober 1810  in die Stadt einzuziehen.

Im 19. Jh. war Tutrakan eine arme Stadt, in der die Bevölkerung ihren Lebensunterhalt mit Fischfang, Handwerk und Weinanbau verdiente. Es wurden auch Boote, Segelschiffe und Wassermühlen gebaut. 1862 baute man eine große Kirche, die erste weltliche Schule wurde eröffnet. Die Lesestube Vasrashdane wurde 1873 eingerichtet. 1867 kam die Freischar von Panaiot Chitov bei Tutrakan über die Donau ins unterjochte Land, Fahnenträger war Vassil Levski. Die Schar von Tanjo Voivoda überquerte 1876 den Fluss.

Anfang des 20. Jh. war Tutrakan mit 10 000 Einwohnern so groß wie Vidin, Lom,  Tarnovo, Svischtov und Lovetsch; seine Handelsbeziehungen waren sogar umfangreicher. Damals war die Stadt das größte bulgarische Fischereizentrum an der Donau. Ab 1913 gehörte es unter dem Namen Turtukai zu Rumänien. Die Bevölkerungszahl nahm ab, die Stadt verfiel. !940 gab Rumänien nach dem Abkommen von Craiova die Süddobrudsha (auch Tutrakan) an Bulgarien zurück. Wegen seiner malerischen Lage auf den Donauhügeln wird Tutrakan auch gern das ‘Tarnovo an der Donau’ genannt.

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