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Nordwest Bulgarien > Koslodui > Geschichte
Koslodui Geschichte
Die Siedlung lag ursprünglich 3 km westlich des Flusses Ogosta in der Gegend Tschetate ( römisch: Festung). Bezüglich des Namens gibt es unterschiedliche Versionen. Die eine stammt vom türkischen Kosludere (niedriges Tal), die zweite geht auf die lateinische Bedeutung von Koslodui-‘ Eisecke’ zurück, weil sich hier oft große Eisschollen bilden. Es fehlen genaue Angaben darüber, wann die Siedlung ihren jetzigen Platz einnahm, aber es wird vermutet, dass es nach der großen Überschwemmung von 1840 war. In Stadtnähe, östlich von Magura Petra sind noch Ruinen der römischen Festung Regianum zu sehen, und zwischen Koslodui und Hairedin sind Teile des altbulgarischen Wehrgrabens Hairedin okop (7./8. Jh.) erhalten. In alten Urkunden aus dem 14. Jh. wird die Siedlung unter dem Namen Kotosluk erwähnt. Schlepper aus dem Dorf zogen mit langen Seilen vom Ufer aus die Kähne und Boote stromauf. Der Chronist Domeniko Sestini beschreibt 1780 eine gut entwickelte Seidenraupenzucht und Lederbearbeitung mit Säften des Perückenstrauches.
Geschichtlich ist Koslodui eng mit dem Namen des großen bulgarischen Poeten und Revolutionär Christo Botev verbunden. Am 17. Mai 1876 (29.5. n. d. alten Kalender) gingen am Kosloduier Ufer vom österreichisch-ungarischen Dampfer Radezki über 200 bulgarische Kämpfer von Bord, angeführt vom Woiwoden Botev. Als Passagiere getarnt waren sie in verschiedenen rumänischen Häfen zugestiegen. Mit der Waffe zwangen sie den Kapitän des Schiffes, am Ufer festzumachen. Sie kamen, um ihrem Vaterland im Befreiungskampf gegen das osmanische Joch zu helfen und küssten bei ihrer Ankunft den Heimatboden. Hier begann der große Feldzug, der seinen Höhepunkt nach weniger als einer Woche auf dem Kamm des Vrazaner Balkans fand. Auf ihrem Weg durch ganz Nordbulgarien kämpften sie gegen Einheiten der türkischen Armee, Räuber und Banditen. Die entscheidende Schlacht fand auf dem Berg Okoltschiza statt gegen eine zehnfache Übermacht. Am 2. Juni1876 fiel Botev, 130 Kämpfer seiner Schar wurden getötet, 68 gefangen genommen und in Kerker geworfen, nur 8 konnten entkommen. Die Prophezeiung von Botev Wer im Kampf für sein Vaterland fällt, bleibt unsterblich erfüllte sich. Nach der Befreiung vom osmanischen Joch siedelten sich hier viele Menschen aus verschiedenen Teilen des Landes an. 1974 wurde hier das erste Kernkraftwerk Bulgariens und der Balkanhalbinsel eröffnet.
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