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Nordwest Bulgarien > Vidin > Geschichte

Vidin Geschichte

Diese reicht bis ins 3. Jh. V. Ch. zurück, als Kelten hier die befestigte Siedlung Dunonia errichteten. Die Römer bauten sie weiter aus und nannten sie Bononia. Ihr kam die Aufgabe zu, den Grenzweg an der Donau zu bewachen. Die Bulgaren gaben ihr später den Namen Bdin und die Byzantiner  nannten sie Vidini. Immer wieder wurde sie zerstört und neu aufgebaut. Im Jahre 1003 hielt Gavril Radomir, der Sohn Samuils, einer achtmonatigen Belagerung durch den byzantinischen Kaiser Basileus II stand. Die größte Blütezeit erlebte die Stadt Ende des 14. Jh. Unter dem Namen Bdin als Hauptstadt des gleichnamigen Fürstentums von Ivan Strazimir (1360). Sie wurde Hafenstadt und wichtiges Handelszentrum von Waren nicht nur für Einheimische, sondern auch  für den Transithandel mit der Walachai, Ungarn und Dubrovnik. Im Evangelium von 1360  ist vermerkt, dass es im „ großen und dichtbesiedelten Bdin“ geschrieben wurde. Sein Aufschwung wurde 1396 unterbrochen, als es unter osmanische Herrschaft fiel. Für Bulgarien begannen die düsteren 482  Jahre osmanischen Jochs, die endlosen 127 195 Tage der Verfolgung, des Terrors, des menschlichen Leides, der Assimilation  und des offenen Genozids.

In diesen Jahren war Vidin eine Festung und wichtiges Verwaltungszentrum. Im 17. Jh. nannte man Vidin wichtigste Stadt Bulgariens. Zwischen  1794 und 1807  wurde die Stadt zum Mittelpunkt für den selbstherrlichen türkischen  Heerführer  Osman Pasvantooglu, der sich zum unabhängigen Feudalherrscher  über weite Gebiete  Nordwestbulgariens ernannte. Zu dieser Zeit begannen bedeutende Bauarbeiten - neue Straßen wurden angelegt, große Verwaltungsgebäude errichtet, Moscheen mit dazugehörigen Schulen ( Medrese) gebaut, von denen einige noch heute erhalten sind. Allmählich nahm Vidin das Aussehen einer orientalischen Stadt an, besonders mit der Ansiedlung zahlreicher Türken nach deren Niederlage  bei Wien und der Befreiung Serbiens. Der Vidiner Aufstand von 1850, Ausdruck des Ringens der Bulgaren um nationale Unabhängigkeit, wurde  angeführt vom Woiwoden Bojadshi Stanko (Anführer einer Freischar im Befreiungskrieg gegen die osmanische Fremdherrschaft). Der Lebensstandard der Bevölkerung verbesserte sich allmählich  mit der  Weiterentwicklung der Donauschifffahrt und den daraus erwachsenden Handelsbeziehungen  mit Zentraleuropa. Über den Vidiner Hafen wickelte die österreichische Schifffahrtsgesellschaft ihren Warenkauf aus ganz Westbulgarien, einschließlich Mazedonien ab. Als jedoch das benachbarte Lom 1866  durch eine breite Straße mit Sofia verbunden wurde, verlor Vidin an Bedeutung.

Nach der Befreiung vom osmanischen Joch  nahm der Bevölkerungsanteil an Bulgaren  in der Stadt rasch zu. 1855  wurde die Vereinigung Ostrumeliens mit dem Fürstentum Bulgarien verkündet. Die Serben erklärten daraufhin den Krieg. Unter dem Hauptmann Atanas Usunov  wurde die Stadt erfolgreich verteidigt. Vidin ist auch Geburtsstadt  des späteren Staatsmannes Naitscho Zanov und des weltbekannten Postimpressionisten Jules Pascin (Julius Pinkas; 1885-1930), Vertreter der Pariser Schule.

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