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Nordwest Bulgarien > Vraza > Geschichte

Vraza Geschichte

Südlich der Stadt liegt ein malerischer Felsdurchbruch, durch den der Fluss Leva fließt, um das Gebirge zu verlassen. Unter dem Namen Vratzata war diese Schlucht seit langer Zeit bekannt. Eine Festung an dieser Stelle wurde bereits vom byzantischen Chronisten Prokopius im 4. Jh. erwähnt. Später entstand die mittelalterliche bulgarische Stadt Vratiza. Einer Legende nach hat sich hier der Woiwode Radan mit seiner Schar lange und erfolgreich verteidigt, indem er die Naturgegebenheiten und die schützenden  Festungsmauern nutzte. In den Jahren der osmanischen Herrschaft wurde Vraza Garnisionsstadt, mehrmals zerstört und wieder aufgebaut. 1596 wurde die Stadt von Michai Vitas aus der Walachai angegriffen. Anfang des 19. Jh., zur Zeit  Osman Pasvantooglu fanden  hier Schlachten zwischen dem Vidiner Feldherrn und dem Sultanheer statt. Ende des 18./ Anfang des 19. Jh. wurde Vraza zum Handwerks-, Handels- und Verwaltungszentrum. Lederwaren, Tuche und Goldschmiedearbeiten aus der Stadt wurden in Lyon, Wien, Bukarest und Istanbul verkauft. Mitte des 19.Jh. zählte man hier bereits 2500 Häuser. Es wurden Kirchen und Schulen errichtet. Der Bischof Sophronius von Vraza spielte im kulturellen  Leben der Stadt eine besondere Rolle. Aus Vraza stammen Ivan Sambin, erster bulgarischer Diplomat in Russland, Dimitar Hadshitoschev, ein bedeutender Politiker, der 1827 von den Türken umgebracht wurde. Vraza wurde am 9. November 1877 befreit.

Mit dem Niedergang des Handwerks in der Zeit nach der Befreiung von der Fremdherrschaft verlor Vraza an Bedeutung. Nach Eröffnung der Eisenbahnlinie Sofia-Mesdra-Varna verlegten  sich Handel und Markt nach Mesdra und Roman. Erst 1913, mit dem Bau der Eisenbahnlinie Mesdra-Vraza-Lom  und deren Erweiterung 1923 bis Vidin, lebte  die Stadt  langsam wieder auf.

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