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Schwarzmeerküste > Pomorie > Geschichte
Pomorie GeschichteFrüher gab es hier eine kleine thrakische Siedlung, die später von den Griechen eingenommen wurde. Im 5. Jh. v. Chr. wurde hier eine Kolonie von Messambria mit dem Namen Anchialo gegründet. Sie war gleichzeitig auch Kolonie von Apollonia (heute Sosopol). Mit der Zeit kam es zu feindlichen Auseinandersetzungen mit Messambria, weil sich immer mehr Jonier ansiedelten, die Einwohner von Messambria ihrer Abstammung nach jedoch Dorier waren. Sie bestritten ihren Lebensunterhalt mit Fischfang, Gewinnung und Handel von Salz. Die Voraussetzungen waren durch den breiten Liman-See (ehemalige Flussmündung, vor der das Meer Sand vorgelagert hat) gegeben, wo die ersten Ansiedler natürliche Salzrückstände im Sand bemerkten. Die eigentliche Stadt lag etwas weiter entfernt auf dem Festland in der Gegend Paleocastro, Ruinen sind heute noch dort zu sehen. Die Römer fügten dem Stadtnamen ein Ulpia hinzu. Lange Zeit war die Stadt so berühmt, dass sie sogar Apollonia in den Schatten stellte. Im Mittelalter bekam sie ihren alten Namen zurück, wurde aber von Barbarenhorden heimgesucht und zerstört. Die byzantinische Kaiserin Irina ließ die Stadt im 8. Jh. wieder aufbauen. Die Zugehörigkeit der Stadt zu Byzanz oder Bulgarien wechselte in der darauffolgenden Zeit häufig. 1366 wurde sie von Amadeus von Savoyen und seinen Rittern eingenommen und an Byzanz verkauft. Zusammen mit Nessebar fiel Pomorie 1453 unter türkische Fremdherrschaft.
Unter Einfluss der Familie Kantakusin, Nachkommen der letzten Kaiser von Byzanz, kam es zu Aufständen in der Stadt. Michail, ein Verwandter der Familie, musste in die Walachai fliehen. Sein Plan scheiterte, er wurde durch den Strang hingerichtet, nur seine Söhne konnten entkommen. Nach der Befreiung gewann Pomorie langsam wieder an Bedeutung unter den Orten in der Burgasser Bucht. 1906 vernichtete ein großer Brand fast die gesamte Stadt. Heute ist sie als Zentrum der Salzgewinnung bekannt, Obst- und Gemüseanbau sind gut entwickelt. Berühmt ist sie außerdem bei Touristen aus aller Welt für ihren guten Wein und den jodhaltigen Heilschlamm. Der See mit diesem Schlamm ist seit dem 3-4. Jh. v. Chr. bekannt, Anna Komnina (byzantinische Schriftstellerin) nannte ihn später den ‘Heiligen See’. Nachdem die Heilkraft des Schlamms, übrigens einzigartig in Europa, nachgewiesen war, wurde hier 1902 das erste Sanatorium eröffnet. Der Heilschlamm wird für Erkrankungen des Stütz- und Bewegungssystems, Rheumaleiden, Ischias, Lumbago u.a. empfohlen.
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