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Schwarzmeerküste > Varna > Sehenswürdigkeiten

Varna Sehenswürdigkeiten

Die römischen Thermen liegen im Stadtzentrum. Sie wurden im 2. Jh. unter Kaiser Antonius Pius gebaut und funktionierten bis zum Eindringen der Barbaren im 5. Jh. Heute sind sie restauriert und konserviert und stehen der Besichtigung frei. Ein kleines Wohnviertel wurde an dem Platz ehemaliger Töpferwerkstätten aus dem 14. Jh. errichtet. Das römische Bad aus dem 3. Jh. ist auf Grundmauern aus Steinblöcken und Backsteinen errichtet gewesen, die durch eine einzigartige Mischung aus Mörtel und Steinstücken verbunden waren. Die Wände schützte ein wasserundurchlässiger Putz, der Boden war mit Marmorplatten ausgelegt. In einigen Räumen waren die Wände mosaikverziert und marmorverkleidet. Als öffentliche städtische Badeanstalt wurde das Bad wegen zunehmender Einwohneranzahl im 5. Jh. erweitert. Heute ist es archäologisches Objekt.

Die Kathedrale Heilige Gottesmutter (Sveta Bogorodiza) zählt zu den Wahrzeichen der ‘Meereshauptstadt’ Bulgariens. Sie steht direkt im Stadtzentrum an der Theaterallee. Den Platz gegenüber der Kirche nimmt eine große Bushaltestelle ein. Die Kirche wurde 1886 von bulgarischen Baumeistern nach Plänen aus Petersburg errichtet. Geweiht wurde sie aber erst 1910, da der Bau und die Wandmalereien sehr viel Zeit in Anspruch nahmen. Die Holzschnitzarbeiten am Altar und am Bischofsthron sind von Meistern der Debar-Schule aus Mazedonien gefertigt. 1950 wurden die letzten Wandmalereien beendet. Die Nikola-Kirche (Sveti Nikola) steht in der Nähe des Meeresparks und stammt von 1886. Von Interesse sind die Wandmalereien und die Ikonen von Meistern verschiedener Malschulen in Bulgarien.

Der Meerespark ist ebenfalls ein Wahrzeichen der Stadt. Ende des 19. Jh. begann man mit der Anlage, fertiggestellt wurde sie 1908. Damals wurden auch Büsten einiger hervorragender Persönlichkeiten des 18./19. Jh. aufgestellt. Heute sind hier ein Amphitheater, ein astronomischer Komplex (mit Observatorium, Planetarium und Turm), Spielplätze und Paddelbootbahn für Kinder, der Zoo. Im Sommertheater finden zahlreiche Veranstaltungen statt, u. a. die Varnaer  Musikfesttage, der Internationale Ballettwettbewerb, und die Tage ‘Sommer in Varna’- ein Kunstwettbewerb, der trienal stattfindet. Das Strandbad liegt unterhalb des Meeresparks, es wurde Anfang des vorigen Jahrhunderts angelegt. Dazu gehören auch die balneologischen Anlagen, der Seerettungsdienst, die beiden Kais, die Restaurants und Diskotheken.     

Das russische Denkmal wurde im Park zu Ehren der für die Freiheit Varnas gefallenen russischen Soldaten errichtet. Die Asparuch-Brücke verbindet die Stadtmitte mit den Wohnvierteln Asparuch und Galata. Es ist die längste bulgarische Brücke. Ihr Bau ist noch nicht abgeschlossen. Der Klub für Extremsportarten organisiert hier Bungee-Jumping von der Brücke. Östlich der Brücke sind die Bucht von Varna und Kap Galata zu sehen, westlich der Vanaer See. Der Uhrturm gegenüber der Kathedrale stammt von 1880.Unterhalb von ihm sind die Filiale des Dramatischen Theaters und der Kulturklub. Der Festival-Komplex ist in einem modernen Gebäude am Anfang des Parks untergebracht. Er umfasst mehrere Bühnen, Konferenzsäle, Verkaufsstände, ein Restaurant und eine Konditorei. Hier finden Opern-, Theater- und Ballettaufführungen statt, Konzerte und Wettbewerbe werden ausgetragen, Ausstellungen organisiert. Der Sportpalast liegt an der Straße nach Albena, dem Seebad ‘Konstantin und Elena’ und dem Goldstrand. Hier können über 30 Arten Sportwettkämpfe durchgeführt werden. Die Räumlichkeiten werden aber auch für Konzerte und Ausstellungen genutzt. Der Kulturpalast in Nigeriens Hauptstadt Lagos ist eine Kopie dieses Baus, er wurde ebenfalls von bulgarischen Architekten errichtet, Im Delphinarium, eine Attraktion besonderer Art, finden täglich mehrere Vorstellungen  mit dressierten Delphinen statt. Die Tiere sind sehr possierlich mit Kindern vor der Kamera und lassen sich  gern von ihnen füttern. Das Gebäude des Dramatischen Theaters (in der Stadtmitte) wurde vor rund 100 Jahren nach Wiener Vorbild errichtet und beherbergt das Theater, die Oper und die Philharmonie. Hier haben bereits 1856 im Krimkrieg französische Soldaten Theater gespielt, die erste bulgarische dramatische Inszenierung fand ebenfalls in diesem Gebäude statt. Im nicht weit entfernten Puppentheater wird alljährlich der Wettbewerb der Puppentheaterkunst ‘Goldener Delphin’ durchgeführt.

Ein altes Schulgebäude aus dem 18./19. Jh. beherbergt das Archäologische Museum. Hier sind beachtenswerte Funde aus der Vor- und Frühgeschichte ausgestellt. Interessant sind vor allem grob bearbeitete Steinfiguren aus der thrakischen Zeit. In anschließenden Sälen werden Goldfunde aus verschiedenen Gräbern gezeigt. Funde aus der griechischen Epoche, antike Skulpturen, ferner Grenz- und Grabsteine, sowie mehrere thrakische Reiter. Im Saal mit Ausstellungsstücken aus dem 13.-14. Jh. wird die Entwicklung des Handwerks zu jener Zeit dargestellt, die bulgarische angewandte Kunst verdeutlicht. Das Museum besitzt seltene Gegenstände aus Ägypten, Griechenland, Babylon und dem Mittelmeerraum, die über die Handelsstraßen ins alte Odessos gelangt sind. Das Museum der Nationalen Wiedergeburt (18./19. Jh.) ist in einem gut erhaltenen Haus von 1861 untergebracht, was unter Denkmalschutz steht. Es wurde 1959 eröffnet und im Laufe der Jahre von Wissenschaftlern und Bürgern liebevoll erweitert. Im Untergeschoss ist der Raum der Erzengels-Kirche (Sveti Achangel Michail) erhalten geblieben. Eine umfassende Ausstellung informiert über den Kampf der Kirche um Bildung und Unabhängigkeit, sowie über die Befreiungskämpfe. Das Marinemuseum liegt  im Park. Die Exponate umfassen die Zeit der Gründung der bulgarischen Flotte 1878 bis heute. Es wurde 1923 vom Wissenschaftler Karel Schkorpil eröffnet. Unter freiem Himmel sind Kanonen, alte Anker und Schiffe ausgestellt. Das MuseumVladislav Varnentschik liegt in nordöstlicher Richtung etwas außerhalb der Stadt, an der Kreuzung der Fernverkehrsstraßen Sofia/Dobritsch. Es wurde im Gedenken an die historische Schlacht von 1444 eingerichtet, als Tschechen, Polen, Rumänen, Kroaten, Ungarn und Bulgaren versuchten, den Vormarsch der Türken nach Europa aufzuhalten. 1934 wurde auf den Grundmauern einer thrakischen Grabstätte ein Mausoleum für Vladislav Varnentschik errichtet. Ein altes Haus aus dem 19. Jh. beherbergt das Volkskundemuseum. Es führt in die regionale Kultur und Lebensweise des 19. Und 20. Jh. ein und verfügt nicht nur über zahlreiche Exponate von Volkstrachten, Schmuck und Arbeitsinstrumenten, sondern reicht bis zur szenischen Rekonstruktion von Handwerk und Wohnsituation in der Stadt und Region. 1960 wurde das Naturkundemuseum eröffnet. Anschaulich wird hier in drei verschiedenen Sälen die Flora und Fauna Bulgariens dargestellt, geologische und speläologische Funde sind ebenso ausgestellt wie eine Stein- und Mineralsammlung. Das Aquarium und das Schwarzmeer-Museum laden ebenfalls zu einem Besuch ein. Sie wurden 1932 eröffnet und stellen die einzige Sammlung dieser Art im Lande dar. 1954 kam ein wissenschaftliches Forschungsinstitut hinzu, welches sich mit der Problematik des Meeres und des industriellen Fischfangs beschäftigt. In hunderten von Aquarien können die verschiedensten Fischarten, Quallen, Krebse, Muscheln, wie auch Süßwasserbewohner bewundert werden. Ein besonderer Bereich der Ausstellung informiert über Bodenschätze des Schwarzen Meeres - vom Salz bis zum Erdöl. Das Museum für Medizin ist auf der Balkanhalbinsel einzigartig. Es wurde 1869 als Privatklinik mit kleinem Museumsteil gegründet. Heute geben  Heilpflanzen, Kräuter und medizinisches Instrumentarium Auskunft über die Entwicklung der Heilmethoden vom Altertum bis in die heutige Zeit. Das Kunsthistorische Museum von Varna beherbergt eine außerordentlich reiche Sammlung. Zu den bekanntesten Exponaten zählt der berühmte Goldschatz von Varna. Diese Stücke sind über 6000 Jahre alt und somit die ältesten Goldbearbeitungen in der Welt. Es wurden 281 Gräber einer Nekropole geöffnet. In einer von ihnen fand man über 3000 Goldgegenstände (Bestattungsbeigaben der Könige, Schmuck u. a) mit einem Gesamtgewicht von 6 kg.

Die Kunstgalerie (1950 eröffnet) zählt Werke der bekanntesten bulgarischen und ausländischen Maler zu ihrem Besitz, viele davon sind Spenden aus Privathand. Im Georgi- Veltschev-Haus, einer Filiale, sind die Bilder des bekannte Malers aus Varna ausgestellt. In der Atanass-Kirche (Sveti Atanas) aus dem 13. Jh. neben den Römischen Thermen ist eine beachtliche Ikonensammlung aus der ‘Nationalen Wiedergeburtszeit’ (18./19. Jh.) ausgestellt. Die Kirche selbst ist mit Fresken und Ikonen reich geschmückt, Altar und Bischofsthron sind holzgeschnitzt. Außerdem sind eine Reihe von alten Kirchenbüchern und Lithografien aus dem 18./19. Jh. sehenswert.

Varna ist auch eine Stadt der Feste. Ende Mai finden die alljährlichen Wettbewerbe im Chorsingen statt. Internationale Theaterfesttage im Rahmen des Festivals ‘Varnaer-Sommer’ fallen in den Juni. Dazu zählen auch die internationalen Begegnungen der Orchester und Ensemble für klassische Musik im Juli, das Jazz-Meeting im Juli und August, der Folklorewettbewerb im August, der Internationale Ballettwettbewerb im selben Monat, das Internationale Kinofestival ‘Die Liebe ist eine Verrücktheit’ im September, das Filmfestival ‘Goldene Rose’ und der Internationale Wettbewerb der Puppentheater ‘Goldener Delphin’ im Oktober jeden Jahres.

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