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Süd Bulgarien > Peruschtiza > Geschichte

Peruschtiza Geschichte

Über den Ursprung des Städtenamens bestehen vielerlei Vermutungen. Wahrscheinlich ist anzunehmen, er kommt von Peristiza, so hieß die mittelalterliche bulgarische Festung, deren Überreste auf den steilen Felsen südlich der Stadt liegen. Das Festungssystem umfasste die untere Festung (Gradischteto) und die obere Festung (Momino Kale). Weiterhin wird vermutet, dass hier die slavische Stadt Dragovez gestanden habe. In der Umgebung von Peruschtiza wurden Reste thrakischer und römischer Siedlungen gefunden. In der Zeit der Nationalen Wiedergeburt (18./19. Jh.) wurden die Erzengelskirche (Sv. Archangeli Gavril i Michail) (1847) errichtet und die berühmte Danov-Schule, in der Christo Danov (bulgarischer Aufklärer) selbst als Lehrer tätig war und 1850 seine neuen Unterrichtsmethoden einführte. Hier wurden erstmals auch gemischte Klassen unterrichtet. 1869 gründete Vassil Levski in Peruschtiza ein Revolutionskomitee unter der Leitung von Petar Bonev.

Die Einwohner der Stadt nahmen aktiv am Aprilaufstand von 1876 teil. Ganze fünf Tage kämpften sie verzweifelt gegen die Übermacht des türkischen Heeres unter Raschid Pascha und ergaben sich erst, als die Kanonenkugeln das Dach der Erzengelskirche zerstört hatten. Hier waren an die 600 schutzsuchende Frauen, Kinder und alte Menschen zusammengepfercht. Die Türken raubten die Stadt aus, 350 Häuser wurden angezündet, 348 Menschen kamen um, darunter auch Petar Bonev - enger Mitstreiter von Rakovski und Levski in der Belgrader Legion und Anführer des Aufstandes in der Stadt. Als für die Menschen in der Kirche keine Hoffnung auf Rettung vor den hereinstürmenden Soldaten mehr bestand, tötete Kotscho Tschestemenski, ebenfalls Anführer des Aufstandes, seine Frau, seine Kinder und schließlich sich selbst. Diesem heldenhaften Beispiel folgten viele, um den Türken nicht in die Hände zu fallen. Im Kampf fielen Spas Ginev, Vater Tilev, Dr. Vassil Sokolski. Ihre sterblichen Überreste wurden in der Kirche beigesetzt. Die Einwohner von Peruschtiza gehörten zu den ersten, die 1885 für die Vereinigung des Fürstentums Bulgarien mit Ostrumelien eintraten. 

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