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Süd Bulgarien > Plovdiv > Geschichte

Plovdiv Geschichte

Plovdiv hat eine tausendjährige Geschichte, denn es liegt auf dem Kreuzweg von West- und Mitteleuropa in den Nahen Osten, vom Baltikum zum Mittelmeerraum, vom Schwarzen Meer an die Adria. Die ältesten Besiedlungen in diesem Raum stammen aus der Jungsteinzeit und Kupfersteinzeit und der Bronzezeit. Im 1. Jahrtausend v. Chr. gründeten die Thraker um die 3 östlichen Hügel (Dshambas Tepe, Taxim Tepe und Nebet Tepe), die eine natürliche Festung darstellten, die Siedlung Eumolpias. Die Stadt wurde 342 v. Chr. von Philipp II von Mazedonien erobert, in Philippopolis umbenannt und zur Festung umgebaut. Später (3.-1. Jh. v. Chr.) hieß die Stadt Pulpudeva und war den ununterbrochenen Angriffen der Kelten ausgesetzt. Im 1. Jh. gehörte die Stadt zum Römischen Reich und entwickelte sich rasch zum wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Mittelpunkt der Provinz Thrakien. Wegen der Lage auf den drei Hügeln nannten sie die Römer Trimonzium.

Nach dem Zerfall des Römischen Reichs gehörte die Stadt nach 395 zum östlichen Teil, zu Byzanz. Die Goten und Hunnen zerstörten in den folgenden zwei Jahrhunderten die Stadt mehrmals. Kaiser Justinian (527-565) machte sie zur strategischen Festung an der Nordgrenze von Byzanz. Als sich im 6. Jh. hier Slaven ansiedelten, nannten sie die Stadt Paldin (von Pulpudeva). 815 schloss Chan Krum den Ort in die Grenzen Bulgariens ein. Trotzdem wechselte Plovdiv bis zum Eindringen der Türken und dem Beginn der Fremdherrschaft in den folgenden Jahren durch Eroberungen mehrmals seine Zugehörigkeit zu Byzanz oder Bulgarien. 1364 eroberten die Osmanen die Stadt und gaben ihr den Namen Filibe. Es setzte ein allgemeiner Verfall ein, da sie jetzt im Hinterland des Osmanischen Reiches lag und damit ihre strategische Bedeutung verloren hatte. Erst in der Zeit der Nationalen Wiedergeburt (18./19. Jh.) konnte Plovdiv seine alten Positionen als großes Wirtschafts- und Kulturzentrum zurückgewinnen. Handwerker und Kaufleute kamen zu Wohlstand, ein verändertes nationales Bewußtsein wurde deutlich. Man investierte in schöne Bürgerhäuser und öffentliche Gebäude, die noch heute in der Altstadt erhalten sind.

In Plovdiv lebten und wirkten große Persönlichkeiten des 18./19. Jh. wie Naiden Gerov (Schriftsteller, Aufklärer, russischer Kosul ), die Meister der Ikonenmalerei Sachari Sograf, Stanislav Dospevski, der Meister der Holzschnitzarbeiten Ivan Paschkula. Im Wirtshaus der Brüder Tarpevi übernachtete Levski mehrmals, 1870 gründete er ein Revolutionskomitee.

Die Stadt wurde am 17. Januar 1878 von den Soldaten unter General Gurko befreit.

Zu der Zeit war Plovdiv die größte Stadt Bulgariens. Nach den Bestimmungen des  Berliner Friedens (1878) wurde Plovdiv Hauptstadt der Provinz Ostrumelien. Ein gesellschaftlicher und kultureller Aufschwung setzte ein. Ivan Vasov, Konstantin Velitschkov, Sachari Stojanov lebten und wirkten zeitweise in Plovdiv. Viele Flüchtlinge aus dem Ägäischen Raum und Mazedonien (Pirin und Vardar) siedelten sich hier an. Am 6. September 1885 wurde in Plovdiv die Vereinigung des Fürstentums Bulgarien mit Ostrumelien verkündet, ein bedeutungsvolles Ereignis, welches die Kraft und den unbeugsamen Willen der Bulgaren in der Verfolgung nationaler Ziele verdeutlicht. Nicht zufällig ist der 6. September offizieller Feiertag in der Republik Bulgarien.

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