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Südost Bulgarien > Sliven > Geschichte

Sliven Geschichte

Vermutlich steht der Name mit der Lage der Stadt im Zusammenhang, dem ‘Zusammenfließen’ von Flachland, Gebirge und drei Flüssen (Assenovska, Selischka und Novoselska). Die Stadt entstand zwischen dem 7.-11. Jh. am alten strategischen Weg von der Donau über den Balkanpass Vratnik (Eisernes Tor) nach Istanbul.

Erste Angaben über die Stadt gehen auf den arabischen Geografen Idrisi zurück, der die Stadt 1153 unter der Bezeichnung Istilifunos erwähnt hat. Später wurde sie Silimno und danach Slivno genannt. 1388 wurde sie von den Türken erobert und zerstört. Im 18. Jh. nannte Paissij in seiner „Slawisch-bulgarischen Geschichte“ die Stadt bereits Sliven. In den ersten Jahren der türkischen Fremdherrschaft hatte Sliven gewisse Privilegien wegen der Aufzucht von Jagd-Falken und der Bewachung der Gebirgspässe. Nach und nach kam es zum wirtschaftlichen Aufschwung, die Handwerke entwickelten sich, die Stadt wurde größer und reicher. Aus Sliven stammte der bekannte Wollstoff Kebe. Um 1828 zählte die Stadt 20 000 Einwohner. Sliven wurde im Russisch-türkischen Krieg von 1828 befreit. Beim Abzug der russischen Truppen schlossen sich ihnen über 15 000 Bulgaren an, die in die Walachai, nach Bessarabien und Südrussland umsiedelten. Trotzdem zählte die Stadt 1872 bereits 25 000 Einwohner. Sie wuchs zum Handels- und Gewerbezentrum heran, man begann die Wasserkraft der nahen Flüsse zu nutzen. Am bekanntesten waren die Schneider und Tuchweber von Sliven. Alljährlich kamen bis zu 400 Kaufleute in die Stadt, um gute Wollstoffe zu kaufen. In Sliven wurden auch Gewehre hergestellt. 1834 gründete Dobri Sheljaskov die erste Textilfabrik in Bulgarien, die 1836 in neue, große Steingebäude umziehen konnte, die auch heute noch erhalten sind. In der Fabrik (3 Stockwerke hoch) waren 20 Spinnmaschinen und  6 mechanische Webstühle aufgestellt, 500 Arbeiter konnten beschäftigt werden. Zum alljährlich stattfindenden Markt kamen Kaufleute aus der ganzen Türkei, aus Polen und Ungarn nach Sliven. Eine Konkurrenz hatte der Markt nur in Usundshovo. In der Zeit der Nationalen Wiedergeburt (18./19. Jh.) bekam die Stadt den Beinamen ‘Stadt der 100 Woiwoden’ (Anführer einer Freischar), denn aus der Stadt waren Indshe, Slati, Kara Sabi, Radoi, Christo, Konda, Hadshi Dimitar, Panajot Chitov, Tenjo Woiwoda u. a. Auch Sava Dobroplodin, Dr. Ivan Seeliminski, Dobi Tschintulov und Georgi Ikonomov, einer der Großen des Aprilaufstandes, stammen aus Sliven. Nach der Befreiung nahmen die anderen Handwerkszweige ab, nur die Textilproduktion entwickelte sich weiter.

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