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Südost Bulgarien > Svilengrad > Geschichte

Svilengrad Geschichte

Hier gab es schon frühzeitig Besiedlungen. Nachweise wurden über eine alte thrakische Siedlung erbracht, die später von den Römern zur Festung Burdenis ausgebaut wurde. Ihr kam die Aufgabe zu, den strategisch wichtigen Weg nach Konstantinopel (Istanbul) zu bewachen. In dieser Gegend fand 1205 eine der größten Schlachten der bulgarischen mittelalterlichen Geschichte statt. Zar Kalojan bereitete den von Balduin I. von Flandern geführten Kreuzrittern hier eine entscheidende Niederlage. Als Bulgarien unter türkische Fremdherrschaft fiel, stand hier die Siedlung Kinekli. Die heutige Stadt an der Mariza hat ihren Anfang im 15. Jh. Sie vergrößerte sich nach dem Bau der Brücke Mustafa Pascha im Jahre 1529. Die Brücke über die Mariza hat eine eindrucksvolle Länge von 300 m, ist 6 m breit und zählte einmal 20 Bögen. Eine steinerne Tafel weist auf das Jahr des Brückenbaus hin, die eine „ewig gute Tat“ genannt wurde. Sie gehört zu den schönsten Brücken in Südosteuropa aus dieser Epoche. Mitte des 17. Jh. zählte die Stadt 700 Häuser und Gebäude zum Unterstellen von 700 Pferden. Außer der strategisch wichtigen Lage (am Weg nach Konstantinopel, mit einer Brücke über den Fluss) war der Ort wegen seiner großen Seidenraupenzucht bekannt. Besonders geschätzt waren in Europa  Kokone vom ‘Typ Odrin’, aber Hauptabnehmer war die Türkei. Bekannt waren die Geschäftsstraßen der Stadt, die Marktplätze mit ihren kleinen Läden und  Wirtshäusern. 1847 wurde die erste weltliche Schule eröffnet, in der Ivan Vasov von 1872-1873 als Lehrer tätig war. Die Lesestube Svesda wurde 1870 eingerichtet. Der Lehrer Peter Stantschev (aus Tarnovo) unterbreitete 1874 den Vorschlag, der Stadt den Namen Svilengrad zu geben (Svila bedeutet Seide). Das wurde jedoch erst im Balkankrieg 1912 ermöglicht.

In Svilengrad verweilten auf dem Weg nach Istanbul G. S. Rakovski, Petko R. Slavejkov, Chr. G. Danov. Vassil Levski gründete 1871 ein geheimes Revolutionskomitee in der Stadt. Am 7. Januar 1878 trafen die russischen Truppen hier ein, doch nach dem Berliner Vertrag verblieb die Stadt weiterhin auf türkischem Territorium. Bei Svilengrad wurde im Balkankrieg ein Militärflughafen angelegt. Zum ersten Mal in der Weltgeschichte kamen hier durch die bulgarische Armee Flugzeuge im Krieg zum Einsatz. Die Stadt wurde erst 1913 endgültig befreit. Der überwiegende Teil der Bevölkerung waren jetzt Bulgaren und Flüchtlinge aus den noch unterjochten Gebieten.

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